Endlich eine handfeste Krise
Der Saisonstart war (fast) perfekt. Ein Durchmarsch durch alle Wettbewerbe wurde vorhergesagt. Und alle glaubten es, ich auch.
Naja, ich habe nicht an einen Durchmarsch geglaubt, aber die Meisterschaft war für mich entschieden. Zu überlegen und zu eindeutig wurden die meisten Spiele bestritten. Und was ist jetzt? Wir haben 4 (!!) von 14 Spielen in der Bundesliga verloren. Mönchengladbach, Hannover, Dortmund und Mainz. Das ist einfach viel zu viel. 4 Spiele verliert man in einer durchschnittlichen Meisterschaft in der ganzen Saison. Wir haben den 14. Spieltag und auf dem Platz steht der beste FC Bayern, den es jemals gab. Bitter!
Die Niederlage gegen Dortmund tat nur halb so weh, wie das Gekicke von gestern. Fehlpässe im Minutentakt, keine Laufbereitschaft, hohe Pässe wie von vor 20 Jahren. 2 Tore durch einen Innenverteidiger, der auch noch das 3:3 machen muss!! Es fällt mir schwer, van Buyten einen Vorwurf zu machen. Schließlich war er der gefährlichste Spieler in unseren Reihen, aber so ein Ei in der letzten Minute kann man als Profifussballer auch mal gerne machen. Wahrscheinlich bin ich jetzt ungerecht, aber was habe ich mich gestern über die Szene aufgeregt. Egal. Mainz hat absolut verdient gewonnen. Sie haben nicht die übliche Mauertaktik ausgeübt. Nein, sie haben kraftvoll nach vorne gespielt, wir nicht.
Und ich muss mich noch mal korrigieren. Ich wollte nicht einsehen, dass Schweinsteiger einen so großen Unterschied ausmacht. Aber zusammengefasst muss man sagen, dass der Knick eindeutig auf die Verletzung von Bastian zurückzuführen ist. Gekurke gegen Augsburg, unglücklich verloren gegen Dortmund, gegurke gegen Mainz. Grauenhaft, dass man noch vor einer Woche 8 Punkte vor dem BVB hätte stehen können und nun einen Punkt zurückliegt. Das ist fast unbegreiflich. Wir haben einen hervorragenden Start mit dem Arsch wieder zerstört. Wie oft hat man Spieler sagen hören, dass wir uns nur selber schlagen können. Gesagt, getan. Wenn die Spieler ihre Qualität abrufen und mit der richtigen Konsequenz ihre Spiele bestreiten, kann uns fast niemand das Wasser reichen. Nur schade, dass so etwas gerne mal vergessen wird, wenn eine Saison gut verläuft und vieles anscheinend von selbst läuft.
Aber was rege ich mich auf. Es gibt keine Saison ohne Krise. Ich warte nun schon seit 26 Jahren auf eine perfekte Saison. Vergeblich. Wir können nur hoffen, dass sich dieser Mist nicht zu sehr ausbreitet und wir endlich wieder eine Siegesserie starten. Auch der BVB und auch die Gladbacher werden noch Punkte lassen, aber wir dürfen in der Rückrunde nicht noch einmal so viele Spiele verlieren. Wie geschrieben, 4 Niederlagen sind schon jetzt Durchschnitt für einen Deutscher Meister.
Nächste Woche nehmen sich Dortmund und Gladbach die Punkte gegenseitig weg und wir können auf Bremen den Abstand ausbauen. Die Tabelle könnte danach schon wieder viel netter aussehen. Die Herbstmeisterschaft sollte das Ziel sein. Für mich ist es ein Ziel, hoffentlich auch für das Team.




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November 29th, 2011 at 10:29
Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit Schweinsteiger diese Spiele gewonnen hätte. Allerdings - wäre man noch unter Druck gegen ManCity sich zu qualifizieren - die letzten Spiele wären sicher besser gelaufen.
Der Druck in der Champions-League ist weg und damit auch der Druck auf die Mannschaft.
Mit der Verletzung und dem Sieg gegen Neapel sieht man auch den Leistungsabfall in der Liga.
Das Spiel gegen Nürnberg danach, ist wie die Spiele gegen Hertha und die anderen Opfer, die nach München kommen, kein Indiz. Diese Mannschaften haben sich durch die Erfolge und die eindrucksvollen Spiele der Bayern schon bei Abfahrt nach München mit einer Niederlage abgefunden. (das zeigt auch Hecking’s-Interview bei BR)
Zielvorgabe diese Saison ist das Finale. Mit diesem Druck hat die Mannschaft 110% gespielt und den Schwung in die Liga mitgenommen. Die Spannung und die Leistung blieb. Nun begann man sich zu entspannen. Jeder flüstert dir ein, du bist unter den 4 Großen in Europa und dann denkt man, man kann Hannover und Dortmund nicht nur besiegen sondern spielerisch zeigen, wer hier der Chef ist. Solche Gurkenspiele wie gegen Mainz oder Augsburg liefern die Bayern jede Saison ab, wenn die Spannung in der Liga mal nachlässt.
Sowas wie gegen Dortmund tut einfach weh, weil man hier wirklich hätte zeigen können, wie man eine gute Mannschaft, die mit einer cleveren Taktik spielt, trotzdem an die Wand spielen kann. Nur dabei musst du Uli’s zornigen Atem spüren. Immer. Wenn du ihn aber wie in Dortmund mit einem Lächeln des Entzückens der vorherigen Spiele siehst, dann lässt man nach. Ein Azubi-Gott wie Nerlinger macht dir keine Angst. Es muss wieder Ärger im Olymp geben und damit auch die Furcht vor Konsequenzen.
Sonst werden das lange Wochen bis zu den Finalspielen im Frühjahr.
November 29th, 2011 at 11:16
Ich weiß ja nicht, wo du die 4 Niederlagen als Durchschnittswert für deutsche Meister her hast, ich hab jetzt nur mal die letzten paar Saisons nachgeguckt, und da sind Meister mit 5 (Dortmund), 6 Niederlagen (Stuttgart), 7 Niederlagen (Wolfsburg) dabei. Selbst 2004/2005 als wir mit 14 Punkten Vorsprung Meister geworden sind, warens 5 Niederlagen. In der Saison 2007/2008 warens mal nur 2 Niederlagen, aber 4 als Durchschnitt erscheint mir zu wenig.
Was nichts an der Aussage ändert, dass 4 Niederlagen nach 14 Spielen zu viel sind. Hochgerechnet kämen wir da ja bei 12 raus.
November 29th, 2011 at 22:36
“Endlich eine handfeste Krise” - eine schöne Überschrift, die zeigt, dass ein Bayern-Fan nicht weiss /nicht erlebt hat, was eine wirkliche Krise ist.
November 30th, 2011 at 09:21
ich denke nicht, dass die “Krise” alleine der Verletzung von Schweinsteiger geschuldet ist, sondern dass der defensivere Part von Kroos in Verbindung mit dem Wiedereingliedern von Robben, mit noch nicht vorhandener Wettkampfform, dem ganzen Gefüge, eine gewisse Unwucht gibt.